Das Projekt ist erfolgreich abgeschlossen (lesen Sie hier den Projektbericht) und geht in die dritte Phase!

Weniger ist mehr – Rauchfreiberatung durch Familienhebammen Informationen bei Barbara staschek info@staschek.com

 

Entwicklung und Umsetzung eines Curriculums „Rauchfreiberatung“ für die Weiterbildung von Hebammen zu Familienhebammen in Niedersachsen 
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Förderung
Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit
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Ausschreibung

Projektzeitraum
März 2011 bis Ende Februar 2012.

Ausgangssituation und Handlungsbedarf
In Deutschland rauchen im Durchschnitt 13 Prozent der Schwangeren  zu Beginn der Schwangerschaft, von denen rund ein Viertel das Rauchen während der Schwangerschaft aufgibt . Mehrere Untersuchungen gehen aber von einer weitaus höheren Rate (30-40%) von Schwangeren, die rauchen, aus.
Junge Mütter, Frauen aus bildungsfernen Schichten, mehrfache Mütter sowie Frauen, die Vorsorgeuntersuchungen in geringem Umfang wahrnehmen, rauchen besonders häufig während der Schwangerschaft.

Rauchraten während der Schwangerschaft sind im Bundesdurchschnitt mit 20 Prozent am höchsten bei Auszubildenden, Studentinnen  sowie bei un-/angelernten Arbeiterinnen . Daten zum Rauchverhalten von Schwangeren aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen, dass der Anteil derjenigen, die während der Schwangerschaft einen Rauchstopp begannen,  ist insbesondere unter  jungen Frauen und Frauen mit niedriger Schulbildung gering. So hörten während der Schwangerschaft bei den unter 25-Jährigen nur 45 Prozent mit dem Rauchen auf; bei den 25- bis 30-Jährigen lag dieser Anteil bei 65 Prozent und bei den über 30-Jährigen lag er bei 77 Prozent.  Nur ein Drittel der  Frauen mit weniger als 10 Jahren Schulbildung stellten das Rauchen vor der Geburt ein, während fast 85 Prozent derjenigen  mit einer mehr als 10 jährigen . Bis zu 70 Prozent der Raucherinnen, die während der Schwangerschaft zu rauchen aufgehört haben, werden innerhalb eines Jahres rückfällig.

Rauchen und Passivrauchen haben massive, negative Folgen für die Schwangerschaft und für die Gesundheit des Kindes
Die Weltgesundheitsorganisation WHO beurteilt das Rauchen als den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktor für einen ungünstigen Schwangerschaftsverlauf in der Europäischen Union.

Rauchen während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Früh- und Totgeburten, Eileiter-Schwangerschaften und Fehlbildungen. Abhängig von der Anzahl gerauchter Zigaretten haben  Kinder rauchender Mütter ein niedrigeres Geburtsgewicht, sind kleiner und haben einen geringeren Kopfumfang. Die  Lungenfunktion der Kinder ist verringert und es besteht ein höheres Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, Adipositas, erhöhten Blutdruck, möglicherweise für manche Krebsarten  in Kindesalter sowie Verhaltensauffälligkeiten.

Ein Rauchstopp vor oder während der Schwangerschaft kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Gesundheitsschäden für das Kind drastisch reduzieren.
Mütter, die aufhören zu rauchen, reduzieren das Risiko für „Plötzlichen Kindestod“ und schützen ihre Kinder nachhaltig vor Passivrauchen. Kinder sind empfindlicher  für die schädlichen Auswirkungen des Tabakrauchs und anfälliger für akute und chronische Atemwegsbeschwerden, Atemwegsinfektionen, Asthma, Hirnhautentzündungen und Mittelohrentzündungen .  Deshalb schützen auch Eltern, die darauf achten, z. B. nicht mehr in der Wohnung zu rauchen, die Gesundheit ihrer Kinder.

 


Hintergrund
Im November 2009 förderte das Bundesministerium für Gesundheit einen Workshop zum Thema  „Frauen und Rauchen: Schwangere und Gesundheitsberufe im Fokus“.

Achtundzwanzig Vertreterinnen und Vertreter von 23 Dachverbänden, Universitäten, Hochschulen und Organisationen aus dem Bereich Frauengesundheit und Familie erarbeiteten konkrete Vorschläge, um Lücken und Defizite in der Tabakprävention und Behandlung von Schwangeren zu beseitigen und die Gesundheits- und Sozialberufe für eine geschlechtergerechte Tabakprävention und -behandlung für Frauen sowie Mädchen zu sensibilisieren. In dem daraus hervorgegangenen  „Kölner Appell“  werden Politik, Gesundheitsberufe und Krankenkassen aufgefordert,  konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Schwangere und ihre Partner besser mit integrierten Präventionskonzepten, die an den Bedürfnissen und Handlungskompetenzen der Schwangeren ausgerichtet sind, zu erreichen.


Ziele und Zielgruppen
Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und Integration eines Moduls „Rauchfreiberatung“ in der Qualifizierung zur staatlich anerkannten Familienhebamme in Niedersachsen.
Ziel ist, die Rauchfrei- Beratung zu einem integrierten Bestandteil der Beratungs- Routine von Familienhebammen werden zu lassen.
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist, bildungsferne Schwangere und Mütter mit jungen Kindern aus belastenden Verhältnissen im Rahmen der Hebammenbetreuung zum Rauchstopp zu motivieren, da in sehr vielen dieser Familien geraucht wird. Ziel ist, Schwangere und Mütter  bei dieser Veränderung zu unterstützen sowie Hilfe anzubieten, um Rückfälle zu vermeiden. Partner und Familienmitglieder werden in de Beratung einbezogen. Die Schaffung einer rauchfreien Umgebung für das Kind ist ein wichtiges Teilziel.

Während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit sind Hebammen als Vertrauenspersonen privilegierte Impuls- Geberinnen.
Familienhebammen spielen für die Gesundheitsförderung in den beschriebenen Zielgruppen eine besonders wichtige Rolle, da Schwangere sowie Eltern und Babies der Zielgruppen zunehmend von Familienhebammen intensiv und langfristig bis zum ersten Geburtstag der Kinder betreut werden.

Zielgruppen sind:
• Interessierte Hebammen, die sich zur staatlich anerkannten Familienhebamme in Niedersachsen ausbilden lassen
• Bereits fortgebildete Familienhebammen, die die staatliche Anerkennung anstreben
• Werdende Mütter und Väter/Familien, die sich in schwierigen  sozialen Lagen wie Arbeitslosigkeit und Armut befinden, alleinerziehend oder aus anderen Gründen ein Recht auf Unterstützung durch Familienhebammen haben.

Aktuelles und Termine
Am 11. Januar 2012 werden in Hildesheim die Projektergebnisse auf einer Fachtagung vorgestellt.

Informationen über Fortbildungsseminare für Hebammen

Am 14. Juni 2011 wurde ein ExpertInnen-Workshop  zum Austausch von Erfahrung im Bereich Tabakentwöhnung im Kontext der Arbeit von Familienhebammen organisiert:

Dokumentation ExpertInnen-Workshop 14. Juni 2011
Sibylle Fleitmann | Vortrag
Barbara Staschek | Vortrag
Christiane Schwarz | Vortrag
5-Punkte-Papier

Pressemitteilung zum Weltnichtrauchertag 31. Mai 2011

Projektgruppe

Hebammenverband Niedersachsen: Barbara Staschek (www.staschek.com), Christiane Schwarz (www.christiane-schwarz.de)

Frauen Aktiv Contra Tabak e. V.: Sibylle Fleitmann (www.fleitmann.eu)

Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER: Barbara Staschek

Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.: Dr. Ute Sonntag
 

 

Hebamme Dr. rer.medic. Christiane Schwarz. Praktikerin, Dozentin, Autorin